Endlich Regen!

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Endlich kam heute der lang erwartete ausgiebige Regen. Das läßt hoffen – zumal wenige Tage vor Siebenschläfer – dass der Trend  der vergangenen Monate abgebremst oder sogar durchbrochen wird. Denn der Frühling (Monate März, April, Mai) war auch in Berlin und Brandenburg viel zu trocken. In Gesamtdeutschland lag die Niederschlagsmenge bei nur rund 145 Liter pro Quadratmeter (l/qm), das sind 22 Prozent unter dem langjährigen Mittel von 186 l/qm; in den letzten sieben Jahren waren sechs Frühjahre in Deutschland zu trocken. Dabei war Brandenburg mit ca. 87 l/qm das zweittrockenste Bundesland – hinter Berlin mit rd. 80 l/qm. Berlin war auch das wärmste Bundesland: das Temperarurmittel im Frühling 2015 lag bei 9,7 Grad C (zum Vergleich: Rheinland-Pfalz 9,3 und Baden-Württemberg 9,0 Grad C), das Frühlingsmittel des internationationalen Vergleichszeitraums 1961-1990 lag in Berlin bei 8,7 Grad C. (Daten nach Deutscher Wetterdienst, DWD)

Und so sah die dürstende Natur am heutigen Dauerregentag in unserem Kiez aus!

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Neuer Inhalt in historischem Gewand

1-Karte1In letzter Zeit dominierten in meinen Webartikeln Fotos von Ausflügen in die Natur. Höchste Zeit also, wieder einmal den anderen großen Lebensbereich, die Kultur, zu Wort und Bild kommen zu lassen.

Anlaß dazu bot das vergangene Wochenende. Am 12. Juni wurde am Rohbau des wiederentstehenden Berliner Schlosses in Einheit mit dem Aufbau des Humboldt-Forums das Richtfest begangen – genau zwei Jahre nach der Grundsteinlegung. In einer feierlichen Zeremonie erhielt die Schlosskuppel ihre Richtkrone. Danach waren zwei „Tage der offenen Baustelle“ angesagt. Die Veranstalter schufen auf der Baustelle Platz für  bis zu 8000 Besucher, die gleichzeitig das Innere des monumentalen Baus von 184 m Länge und 117 m Breite mit 60 m Höhe (Kuppelspitze) besichtigen konnten.

Für mich, der den Wiederaufbau von Anbeginn interessiert verfolgt (vgl. Herbert Schwenk: Lexikon der Berliner Stadtentwicklung, Haude & Spener /Edition Luisenstadt Berlin, 2002, S. 65-70)  ein Muß, diese Chance zu nutzen, um einen ersten Eindruck vom Bau zu gewinnen – und damit mein früheres Urteil zu diesem Unterfangen zu überprüfen. Und es hat sich danach nichts geändert: Der Wiederaufbau des Schlosses ist trotz der enormen Kosten von 615,5 Mill. € (Vergleich: Bundeskanzleramt, eröffnet am 2. Mai 2001, 465 Mill. DM = 237,75 Mill. €) gerechtfertigt. Das Schloss war nicht nur ein zentraler Bestandteil der Berliner Stadtentwicklung, sondern Mittelpunkt der Architektur der Berliner Mitte: „Das Schloß lag nicht in Berlin – Berlin war das Schloß.“ (Wolf Jobst Siedler, 1998)  Die beiden Hauptgegenargumente – Kosten und Altlast unrühmlicher Geschichte – sind gewichtig und ernst zu nehmen, aber nicht ausschlaggebend bei der Abwägung von Für und Wider des Schlossneubaus. Die Kosten sind nur ein Bruchteil z. B. sinnloser Militärausgaben und Überbezahlung etwa von Konzern- und Bankmanagern (2013 „verdienten“ die Chefs der 30 größten deutschen Konzerne im Durchschnitt 5,1 Mill. €, allein Martin Winterkorn/VW 13,16 Mill. €); und bei Spitzen-Profisportlern sieht es noch üppiger aus (2014 betrug der sog. Marktwert der Bayern-Stars Mario Götze 55 Mill. €, Thomas Müller 45 Mill. €, Bastian Schweinsteiger 40 Mill. €, Manuel Neuer 35 Mill. €). Mit der Altlast preußischer Geschichte sollten wir nicht anders umgehen als viele andere Länder mit ihren historischen Altlasten – mit einer Vernichtung von Baudenkmälern wurde noch nie Geschichte korrigiert!

Also schauen wir uns mal das gigantische Bauwerk in seinen Rohbaukonturen an!

Mein Rundgang beginnt außen mit dem Blick auf das künftige (und ehemalige) Hauptportal III, über dem sich die Kuppel wölbt, dann hinüber zur langen Süd-Rohbaufassade am Schloßplatz mit den Portalen II und I bis hin zur Spree und mit dem Blick auf die Spreeseite des Rohbaus…

2-Karte23-P1110255-adb4-P1110294-adb5-P1110063-adb6-Karte3Dann folgt meine Besichtigung des Inneren. Man hat große Mühe, sich in dem Wirrwarr von Betonwänden, -säulen und -treppen mit ihren Stahlträgern zu orientieren. Aber erkennbar ist schon jetzt die große Dreiteilung des Inneren, die den neuen Geist und Inhalt des Baus verkörpert: Im Sinne der Namensgeber Alexander (1769-1859) und Wilhelm von Humboldt (1767-1835) wird das neu erbaute Berliner Schloß nicht mehr den alten Geist des preußischen Militarismus verbreiten, sondern als Zentrum des Humboldt-Forums ein öffentlicher Raum der Bildung und Wissenschaften sowie des Dialogs und der Begegnung unterschiedlicher Kulturen sein. Also ein neuer Inhalt wird sich im historischen Gewand präsentieren.

Dem entspricht die Dreiteilung des Schlossraumes: Durch das Kuppel-Haupttor (III) wird man künftig die sog. Agora im Erdgeschoss betreten; in Anlehnung an altgriechische öffentliche Versammlungsplätze sollen dort künftig Veranstaltungen stattfinden …

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7-P1110071-adb8-P1110212-adbDiesem Bereich schließt sich in die Tiefe des Schlossraumes das Schlossforum an, das an den Seiten bis ins dritte Obergeschoss u. a. Platz für Museen und Bibliotheken (u.a. Zentral- und Landesbibliothek) enthält …

11-P1110147-adb12-P1110196-adb13-Karte414-P1110089-adbSchließlich folgt als dritter großer Bereich des Schlossinneren der sog. Schlüterhof. Er wird besonders deutlich in Anlehnung an den historischen Vorgängerbau gestaltet, der eng mit dem Namen des Architekten und Schlossbaudirektors Andreas Schlüter (1659-1714, Schlossbaudirektor 1699-1706) verbunden ist …

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Auf in den Kampf!

1-Karte1-txt Kampf und Auseinandersetzung der Lebewesen sind fester Bestandteil der Natur – ohne Kampf gibt es kein Leben. In den Wissenschaften ist das ebenso fest verankert wie in den Künsten: Charles Darwin sprach Mitte des 19. Jahrhunderts vom „Kampf ums Dasein“; Friedrich Schiller dichtete 1795: „Sieh, da entbrennen in feurigem Kampf die eifernden Kräfte / Großes wirket ihr Streit, Größeres wirket ihr Bund“; in der Bizet-Oper „Carmen“ singt der Chor am Schluß des deutschsprachigen Librettos: „Auf in den Kampf, Torero! / Stolz in der Brust, siegesbewußt! …“

Auch am Weißen See konnte man an dem heutigen herrlichen Junitag einmal mehr erleben, dass und wie Kampf und Auseinandersetzung der Lebewesen ein fester Bestandteil der Natur sind. Trotz des erheblichen Wasserniedrigstandes zeigte der See am Morgen sein gewohnt idyllisches Bild. Die Küken der Wasservögel sind dem Babystand langsam entwachsen, besonders die beiden Schwanenküken erscheinen schon mächtig gewaltig „groß“:

2-Karte2  3-P1100620-adb4-P1100622-adb5-P1100647-adb6-P1100692-adbAber dann wird es urplötzlich turbulent. Fremde Schwäne kreisen über dem See und fordern die „Hausherren“ heraus. Auf in den Kampf, Vater Schwan! Nach einigen kurzen Droh- und Abwehraktionen kehrt wieder „Ruhe“ ein – bevor ein neuer Kampf entbrennt: gegen die Entenmutter der noch immer 13-Küken-Großfamilie – bis erneut eine Kampfpause mit Zeit zur Erholung eintritt …

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