Klein, aber fein

Vieles, was  Albert Einstein gedacht und bewegt hat, ist bis heute von Bedeutung, darunter auch dieser Satz: „Wenn die Biene ausgestorben ist, werden der Menschheit nur noch vier Jahre bleiben.“ Er hatte schon damals die Unverzichtbarkeit der Insekten für die Bestäubung von Pflanzen und damit auch die menschliche Ernährung vor Augen. Heute hängt etwa ein Drittel der Weltnahrungsmittelproduktion von der Bestäubung durch Bienen und andere Insekten ab. Nach Berechnungen aus dem Jahre 2005 betrug der „globale ökonomische Nutzen“ der Bestäubung von Agrarpflanzen durch Insekten etwa 153 Milliarden Euro. Dem steht das dramatische globale Insektensterben gegenüber – vor allem durch die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft, durch den Einsatz von Pestiziden, durch die Bodenversiegelung (d.h. Bebauung des natürlichen Bodens), durch die Vernichtung von Feldgehölzen und Ackerrandstreifen usw. Hinzu kommen Schäden durch gefährliche Erkrankungen von Bienen. Allein in Deutschland hat sich so seit 1951 die Zahl der Honigbienenvölker mehr als halbiert.

Eine besondere Bedeutung kommt den Wildbienen zu. In Deutschland kommen 585 Wildbienenarten vor. Davon ist mehr als die Hälfte akut gefährdet. Viele Arten sind bereits ausgestorben. Weltweit haben die Probleme des Ausfalls von tierischen Pflanzenbestäubern begonnen, beispielsweise in China, wo Menschen versuchen, die Bestäubung zu ersetzen.

Ich habe in diesen heißen Sommertagen bei meinen Kamerastreifzügen im Biotop Volkspark Prenzlauer Berg selbstverständlich nach den Fluginsekten Ausschau gehalten. Es fällt auf, dass Schmetterlinge, Schwebfliegen, Honig- und Wildbienen und Käfer wie Marienkäfer und Pinselkäfer deutlich weniger zu finden sind als zu gleicher Zeit in früheren Jahren.

Besonders hat es mir dabei eine Wildbienenart angetan, die die Aufmerksamkeit meiner Kamera auf sich zog: die Gemeine Seidenbiene (Colletes daviesanus). Klein, aber fein: nur knapp einen Zentimeter Körpermaß, fällt sie mit ihrer rotbraunen Behaarung an Kopf und Thorax, ihren enormen Pollentransport-Haarbüscheln an Rumpf und Hinterbeinen sowie ihrem schwarzen Hinterleib mit hellgrauen, filzigen Binden gegenüber anderen Bienenarten ins Auge. Schauen wir diese Seidenbienen etwas näher an!

Natürlich kann meine kleine Hommage an die Fluginsekten mit ihrem gigantischen Bestäubungswerk nicht bei den Seidenbienen stehenbleiben. Wenn auch nicht so häufig wie früher, hat meine Kamera auch manche der alten Bekannten gefunden: Hummeln, Marienkäfer bei ihrem Kampf mit Ameisen um Blattläuse, wenige Schmetterlinge, einen (!) Gebänderten Pinselkäfer, eine (!) Punktierte Zartschrecke und schließlich auch noch die attraktive Sandknotenwespe

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Wir schaffen das – hoffentlich!

Die sechs Schwanenküken vom Weißen See haben ihre ersten beiden Wochen gut überstanden – trotz mancher Belastungen und Bedrängnisse. Sie zeigten sich heute vor meiner Kamera putzmunter. Sie haben sich unter der Obhut ihrer wachsamen Eltern offensichtlich an die Widrigkeiten in ihrem Lebensraum angepaßt. Auch heute hielten sie sich weitaus weniger in Ufernähe auf als Schwäne mit Nachwuchs in früheren Jahren. Die ersten Fotos deuten an, wie sie von den Schwimmern auf dem See gestört werden und wie es ihnen schwer fällt, an das lebensnotwendige Grün zu gelangen …

Aber auch bei den Haubentauchern zeigen sich Veränderungen gegenüber den Vorjahren. So weit ich heute sehen konnte, haben nur zwei Pärchen Küken zur Welt gebracht, zusammen nur magere drei an der Zahl. Liegt das etwa doch an der schrumpfenden Fisch-Nahrungsquelle nach den längeren Aufenthalten von Kormoranen am Weißen See im Winter und Frühjahr? Ich mußte heute lange suchen, um eine Fischfütterung weit entfernt vom Ufer zu fotografieren …

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Heiß ersehnter Regen

Man spürte am Wochenende überall das große Aufatmen in der Natur. Der heiß ersehnte Regen war endlich gekommen – nach einer langen Witterungsperiode mit vielen Sommertagen über 25 Grad C und anhaltender Trockenheit. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlichte am Monatsende dazu die ersten vorläufigen Daten über den „überaus sonnenscheinreichen und außergewöhnlich warmen“ Monat Mai. Danach war auch dieser Monat ebenso überdurchschnittlich warm wie schon davor der April. Der Mai war im Durchschnitt in Deutschland 16 Grad C warm und lag damit etwa 3,9 Grad über dem langjährigen Mittel der international üblichen Vergleichsperiode 1961-1990. Brandenburg und Berlin lagen sogar mit 17,4 Grad bzw. 17,9 Grad noch erheblich darüber.

Ich habe gestern und heute das große Aufatmen in der Natur mit der Kamera beobachtet und einiges von der Tropfenpracht festgehalten, dabei vor allem, wie sich die Fluginsekten nach dem ersehnten Naß drängen …

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