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Das anhaltend schöne Spätherbstwetter lockt paulenlos hinaus in die Natur. Heute machte ich erneut eine kleine Radtour an den nördlichen Stadtrand in das Naturschutzgebiet der ehemaligen Falkenberger Rieselfelder. Es ist immer wieder ein Phänomen, wie sich derselbe Naturraum in den verschiedenen Jahreszeiten in unterschiedlichem Gewand präsentiert. Waren es im Hochsommer Blumenmeere und Insektenfülle, die meine Kamera auf sich zogen, so am heutigen Spätherbsttag die bunten Farben und Tautropfen, die die Falkenberger Wegränder, Wiesen und Weiden schmücken. Da zwingen selbst die rar gewordenen oder verblühten Blumen, die weißen Schneebeeren („Knallerbsen“; Symphoricarpos albus) und sogar ein einsamer frierender Schmetterling zu ehrfurchtsvollem Staunen! 





Und mitten in der kühlen Nässe dann diese Überraschung: Einer der schönsten Schmetterlinge unserer Breiten sucht unter den letzten wärmenden Sonnenstrahlen ein ruhiges Plätzchen zu einer Rast – dem man den klangvollen Namen „Admiral“ (Vanessa atalanta) gab. Diese prächtigen Schmetterlinge wandern im Frühjahr regelmäßig aus dem Süden bei uns ein und entwickeln sich häufig von Mai bis Oktober in zwei Generationen. Mein kleiner Freund, der geduldig das „Foto-Shooting“ über sich ergehen ließ, ist offensichtlich einer der zweiten Generation. Wahrscheinlich gehört er zu der Minderheit , die bei uns überwintert – na dann viel Glück!



Die zweite Überraschung erlebte ich auch heute auf einer stark überschwemmten Wiese des NSG „Falkenberger Rieselfelder“. In respektabler Entfernung von meinem Beobachtungspunkt machte ich zwei Schwäne aus: einen Altschwan und einen Jungschwan. Woher kommen aber diese beiden, und wo sind ihre anderen Familienmitglieder? Da sind wohl die Experten gefragt …


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Ich hatte nach dem Besuch der herrlich bunt geschmückten vier „Geschwister“-Seen vor wenigen Tagen an keine Steigerung mehr geglaubt. Heute mußte ich mich korrigieren. Nach einer Fahrt in den Unterspreewald mit anschließender Wanderung steht für mich fest: Die Herbstschmuck-Krone gehört dem Unterspreewald!
Der Unterspreewald ist der kleinere „Bruder“ des Oberspreewaldes, den ich Mitte Oktober mit dem Fahrrad (ab Lübben) besuchte. Lübben ist nicht nur das historische Zentrum des Spreewaldes, sondern auch die geografische Scheidemarke zwischen Ober- und Unterspreewald. Bei Lübben verengt sich nämlich das Biosphärenreservat Spreewald auf schmale 1,7 km: südlich davon erstreckt sich der Oberspreewald, nördlich davon der Unterspreewald. Letzterer ist nicht nur der urwüchsigere Teil, sondern mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von „nur“ 20 km Länge und 5 km Breite und damit einem Drittel der Fläche des Oberspreewaldes auch der kleinere Teil. An Attraktivität steht er aber in keiner Jahreszeit seinem größeren Bruder nach. Im Gegenteil: Es dürfte in Deutschland nur wenige Naturräume geben, die sich heute in einer solchen Farbenpracht zeigten wie der Unterspreewald. Meine kleine Fotoauswahl von der Wanderung soll das belegen.
Unsere heutige Wanderung zwischen den Unterspreewald-Dörfern Krausnick und Groß Wasserburg führte entlang des „Sommerdamms“ im malerischen Herbstkleid, vorbei an Seitenarmen der Hauptspree, darunter der „Wasserburger Spree“ und vorbei am „Totalreservat Groß Wasserburg“. Vieles erfreute das Auge, wie die Fotos zeigen: Wiesen im Nebeldunst, opulente Tropfen des Morgentaus, Bäume und Sträucher in knalligen Rottönen, alte Buchen und Eichen mit ihren Blättern in allen Gelb- bis Braunschattierungen, uralte Brücken über den Fließen, kraftstrotzende Parasolpilze (Riesenschirmpilze; Macrolepiota procera) – und natürlich die Markenzeichen des Spreewaldes: Spreewaldkähne und Boote (jetzt nach der Saison an Land gezogen) sowie kunstvoll gestapelte Heuschober…
















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Heute hatte ich mir vorgenommen, einen längst fälligen Besuch nachzuholen. Und das bei vier „Verwandten“ fast gleichzeitig an einem Tag! Sie „wohnen“ nicht weit voneinander entfernt, in den Ortsteilen Weißensee und Alt-Hohenschönhausen. Ich brauchte für meine Besuchsrundreise einschließlich An- und Abfahrt nur 13 Kilometer mit dem Fahrrad. Die Vier heißen Weißer See, Fauler See, Orankesee und Obersee. Anlaß für meinen Besuch bot das herrliche Herbstwetter und die Erwartung eines Festkleides der Auserwählten. Meine Kamera jedenfalls war startbereit …
Die direkte Verwandtschaft von drei der vier Seen liegt auf der Hand. Der Weiße See, der Faule See und der Orankesee sind – wie auch der Malchower See – eiszeitlichen Ursprungs und mindestens 10 000 Jahre alt. Sie entstanden in der Grundmoränenlandschaft des Niederen Barnim als sog. Toteisseen nach dem Abtauen einst liegengebliebener und danach durch Schwemmsand zugeschütteter Rieseneisbrocken der letzten großen Inlandvereisung („Weichseleiszeit“). Heute existieren von den vermutlich ursprünglich viel größeren Seen nur noch Reste von zusammen rund 21 ha, das entspricht nur etwa 2,8 Prozent der Fläche des Großen Müggelsees. Nur der Obersee, mit 3,8 ha der kleinste von allen, tanzt etwas aus der Reihe. Er wurde erst 1895 als Wasserspeicher zusammen mit dem angrenzenden Wasserturm (seit 1900) auf dem Lindwerderberg zur örtlichen Wasserversorgung künstlich angelegt, zugleich aber auch im Winter als Brauerei-Eislieferant genutzt. Sein Wasserspiegel liegt 1,5 m über dem des Orankesees. Zusammen mit dem umliegenden Oberseepark erfreut er sich seit vielen Jahrzehnten bei Mensch und Tier nicht weniger großer Beliebtheit als seine drei „Geschwister“ mit ihrem Uralt-Eiszeit-Hintergrund.
Schauen wir mal, welchen fantastischen Herbstschmuck die vier Seen angelegt hatten! Um ihn ins „rechte Bild“ zu rücken, bekommt jeder See die gleichen Chancen: Panoramafotos mit Blick auf den ganzen See und die gleiche Anzahl von Fotos… Daten und Fakten zu den Seen entnahm ich Wikipedia.
Die Rundreise beginnt natürlich am Weißen See im gleichnamigen Ortsteil. Er ist mit 8,3 ha Wasserfläche, einem 6,4-fach größeren Wasservolumen als der Obersee oder 3,5-fach größeren Volumen als der Orankesee, einer mittleren Wassertiefe von 4,3 m (maximal 9,7 m) und einem Umfang von 1 175 m der größte der vier „Geschwister“-Seen. Er steht zu Recht in unseren Blogs im Mittelpunkt, vor allem seit Ende Mai wegen der Schwanen-Großfamilie, die sich seitdem dort prächtig entwickelt hat. Heute aber sollen die Schwäne etwas in den Hintergrund treten und dem herbstlich geschmückten See samt umliegendem Park den Vortritt lassen…





Weiter gehts zum Faulen See im Ortsteil Weißensee, dem urwüchsigsten unter den vier Seen. Noch vor einem halben Jahrhundert wurde er mit 12 ha geführt, damals also größer als der Weiße See heute; jetzt zählt er nur noch etwa fünf ha. Die Verlandung nimmt zu, die Wasserfläche schrumpft, der See verschilft und versumpft immer mehr: Das ist das große Gesetz der Natur – die Vergänglichkeit. Schon 1933 wurde das Terrain als Naturschutzgebiet gesichert, das heute 24,3 ha umfasst. Als Vogelschutzgebiet (etwa 40 Brutvogelarten) ist es weithin bekannt. Die Unmengen an Totholz verleihen dem NSG „Fauler See“ etwas Urwaldhaftes. Und das am heutigen Tag in den bunten Herbstfarben! Übrigens konnte meine Kamera noch etwas Überraschendes festhalten: Urplötzlich tauchte aus dem Schilf ein Schwanenpaar auf …




Nächste Station der herbstlichen Vier-Seen-Rundfahrt ist der Orankesee im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen. Mit seinen nur 4,1 ha Fläche und 940 m Umfang zwar relativ klein sowie seiner mittleren Wassertiefe von 2,6 m (maximal 6,7 m) eher „flach“, ist er aber mit seinem 300-m-Strand als einer der bedeutendsten Berliner Badeseen bei Jung und Alt weithin beliebt. Das Freibad wurde 1929 eröffnet, der Sand kam aus dem Ostseebad Ahlbeck. Am heutigen Spätherbsttag machte der See wegen seines Niedrigwassers aber eher einen traurigen Eindruck. Und: Das Schwanenpaar, das ich noch vor Tagen am Orankesee antraf, war heute verschwunden. Möglicherweise ist es an den Faulen See geflogen und begrüßte mich heute an jener Stelle – mir war es recht. Das Foto vom 28. Oktober blende ich hier mit ein. In den vergangenen Jahren war der Orankesee schon öfter Heimat von Schwanenfamilien. Und was den Herbstschmuck betrifft, stand der Orankesee heute seinen anderen „Geschwistern“ in keiner Weise nach!





Schließlich endet meine kleine Rundreise nur einen Katzensprung weiter am Obersee, ebenfalls im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen. Mit 3,8 ha Wasserfläche (Umfang 1 026 m) und nur 1,5 m mittlerer Wassertiefe (maximal 3,1 m) ist er der kleinste der vier „Geschwister“-Seen und zugleich hinsichtlich seiner Entstehung – siehe oben – der „Eigenbrötler“ unter ihnen. Zudem verfügt er – zur Freude zahlreicher Wasservögel – über eine kleine Insel. Diese wirkt – in Harmonie mit dem umliegenden Oberseepark – wie eine zusätzliche Perle im Herbstschmuck der „Geschwister“-Seen…





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