„Nun laß den Sommer gehen“

Jetzt ist es klar: Die Siebenschläfer-Wetterregel hat wieder einmal nicht hingehauen, wir hatten einen trüben verregneten Sommer. Allein im Juli strahlte die Sonne 22 Prozent weniger als im langjährigen Mittel, womit der Juli zu den acht trübsten Julimonaten seit Beginn der Messungen im Jahr 1951 zählte. An 12 Tagen war es nicht einmal 20 Grad warm, nur an acht Tagen wurde die 25-Grad-Marke erreicht. Noch vor einer Woche kam leise Hoffnung wenigstens auf einen passablen Altweibersommer auf, aber auch daraus scheint nichts zu werden. Also trösten wir uns mit Joseph von Eichendorff:

„Nun laß den Sommer gehen, / Laß Sturm und Winde wehen…“

Der Herbst steht also vor der Tür. Wo ich auch heute bei meinem kleinen Radausflug auf dem Barnimer Dörferweg hinschaute – Herbstnahen überall. Der Regen der letzten Tage hatte seine silberglänzenden Perlen ausgiebig verstreut…

An meine Filzkletten-Schönheiten des Sommers erinnerten nur noch vertrocknete Blüten; ich konnte nur noch eine einzige Filzkletten-Blüte ausmachen, die für meine Kamera „posierte“…

Blumen grüßten nur noch vereinzelt vom Wegesrand – aber dafür immer mehr Äpfel in leuchtenden Farben von den Bäumen …

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Der Altweibersommer läßt grüßen

Jede Jahreszeit hat ihre markanten Witterungsperioden – der Altweibersommer ist ein Markenzeichen des nahenden Herbstes. Gestern gab es schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf. Hoffentlich erleben wir noch mehr davon! Denn der „eigentliche“ Altweibersommer wird nach den langjährigen Wetterbeobachtungen erst in der zweiten Septemberhälfte erwartet. Es handelt sich dabei um eine Schönwetterlage mit hohem Luftdruck, in der weiße Spinnfäden durch die Luft fliegen oder an Bäumen und anderen Gegenständen hängen bleiben. Von daher auch Bezeichnungen wie „Sommerflug“, „Herbstfaden“, „Frauensommer“ oder dergleichen; dem Volksglauben nach seien es Gespinste von Elfen, Zwergen, mythischen oder religiösen Symbolen („Mariengarn“, „Marienfaden“). Tatsächlich aber handelt es sich um Spinnfäden meist junger und kleiner Spinnen, die vom Wind fortgetragen werden.

Bei meinem gestrigen 40-km-Radausflug in die Seddiner Gegend im Potsdamer Umland erlebte ich die ersten Anzeichen eines Altweibersommertages. Die Spinnen als Charaktertiere des Altweibersommers mit ihren Spinnfäden und teilweise großen Netzen waren da, aber auch die alternden Sonnenhüte in den Farben gelb bis rot und die prächtige Fette Henne (auch Fetthenne, Sedum) mit ihren bekannten spätsommerlichen Gästen wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen in den Gärten. Die mitgebrachten Fotos zeigen: Der Altweibersommer läßt grüßen!

Zum Altweibersommer gehören also die Spinnen und hier vor allem die Kreuzspinnen. Die Gattung der Kreuzspinnen (Araneus) ist mit mehreren hundert Arten weltweit verbreitet, davon gibt es in Europa 10 Arten und in Deutschland ist die Gartenkreuzspinne die bekannteste. Die Fotos zeigen das markante Kreuz ebenso wie die charakteristischen unterschiedlich braunen Flecken auf dem vorderen Hinterleib, auf der „Rückseite“ meint man fast so etwas wie ein „empörtes Gesicht“ zu erkennen…

Und nun zu den spätsommerlichen Gästen im Garten, die sich an den gelben bis roten Sonnenhüten und der Fetten Henne laben. Letztere gilt als „Gartenklassiker“ unter den Herbststauden, der erst im September und Oktober blüht – gerade das Richtige für ein Altweibersommer-Stelldichein der Bienen, Hummeln und Schmetterlinge (im Foto Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge).

Apropos Bienen! Bevor der Sommer zur Neige geht, ist es an der Zeit, noch eine kleine „Hommage“ für die Bienen zu zelebrieren. Ich hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Gelegenheit, mich an diesen wunderbaren Tieren zu erfreuen, beispielsweise als Frühlingsboten oder Sommergäste auf den Falkenberger Kamillenfeldern. Bienen sind unendlich nützliche Tiere: 80 Prozent aller Blüten werden von Bienen bestäubt; für ein Kilogramm Honig saugen Bienen den Nektar aus bis zu fünf Millionen Blüten! Aber diese emsigen Arbeitstiere sind durch Monokulturen und Pflanzenschutzmittel in großer Gefahr: von den 1,4 Kilo Honig, die jeder „Durchschnittsdeutsche“ pro Jahr verspeist, stammt nur noch ein Fünftel aus heimischer Produktion (nach natur + kosmos, August 2011, S. 51).

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Die Siebenlinge am Weißen See sind ein Vierteljahr alt!

Es ist noch kein großes Jubiläum, das unsere Siebenlinge am Weißen See heute begehen konnten: Es ist „nur“ ein Vierteljahres-Geburtstag! Aber wenn es stimmt, dass Höckerschwäne etwa 20 Jahre alt werden, dann haben unsere Jungschwäne heute den 80. Teil davon erreicht – und das entspräche etwa einem Jahr eines Menschenlebens, und das ist schon Grund zum Feiern! Denn jeder, der dieses Vierteljahr am Weißen See verfolgt hat, bangte darum, dass diesmal alle sieben Kleinen am Leben bleiben mögen – nach ihrem Geburtstag am 25. Mai 2011. Freuen wir uns also über den Vierteljahres-Geburtstag am heutigen 25. August !

 

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