Zeit der Fluginsekten

Nach dem „Sommertreiben am Fennpfuhlsee“ gehts nun wenige Tage später hinüber in den Volkspark Prenzlauer Berg. Es ist Hochs0mmer und damit die große „Zeit der Fluginsekten“. Seit Jahren habe ich gerade zu dieser Zeit das unendlich nützliche und grandiose Treiben der Fluginsekten mit der Kamera beoachtet. Und wieder war ich gespannt, wie sich die diesjährigen Wetterabläufe, vor allem aber auch die langjährigen Klimaveränderungen auf die Fluginsekten in unserem Biotop Prenzlauer Berg auswirken.

Das Ergebnis ist weder berauschend noch hoffnungslos. Die Insektenvielfalt wie etwa vor zehn Jahren ist verschwunden. Bienenarmut und fehlende Schmetterlings- und Flugkäferarten sind offensichtlich. Aber in der Auswahl für die üblichen 15 Fotoplätze im folgenden Blogartikel konnte ich immerhin sechs Schmetterlingsarten, Holzbienen, Heidelibelle, Hornissenschwebfliege und zwei Käferarten dokumentieren. Im Schlussfoto scheinen die beiden aktiven Marienkäfer sagen zu wollen: „Wir machen weiter!“

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Sommertreiben am Fennpfuhlsee

Wer in diesen Sommertagen den Fennpfuhlpark mit seinem See besucht, glaubt sich auf eine in kräftigem Grün strahlende Insel versetzt: Der in Algengrün getauchte See ist kaum vom satten Grün der Parkanlagen zu unterscheiden. Hinzu kommt die wohltuende Stille und meist auch Ruhe im Park und am See.

Und das ist das Erstaunliche: Diese „grüne Insel“ liegt inmitten des nach dem See benannten Ortsteils Fennpfuhl, dem mit 15.920 Einwohnern pro qkm am zweitdichtesten besiedelte Ortsteil von Berlin hinter Friedenau im Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit 16.665 Ew./qkm (Ende 2020). Das dichte Wohngebiet entstand überwiegend zwischen 1972 und 1975/76, damals angelegt als „Lichtenberg-Nord“ für insgesamt etwa 50.000 Einwohner.

Aber ganz im Unterschied zur „Übernutzung und Fehlnutzung“ des Weißen Sees, nur wenige Kilometer entfernt, wurde der Fennpfuhlsee kein Badesee. Die Bezirksverwaltung konnte so über Jahrzehnte hinweg trotz der enormen Wohndichte für Ordnung und Sauberkeit am See und im Park sorgen und damit die Natur weitgehend schützen und erhalten. Auch meine jüngsten Sommerspaziergänge mit den dabei entstandenen Fotos belegen das einmal mehr: Die Schwanenfamilie tut sich auf Grund des jungen Alters der Schwänin zwar sehr schwer mit Nachwuchs, aber dafür entschädigen andere Wasservögel und manch anderes Sehenswertes die See- und Parkbesucher. Ach so: Ein Freibad konnte meine Kamera dennoch ausmachen – aber nur für Spatzen (vorletztes Foto!) …

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Willkommen im Potsdamer Blumenparadies

Ich habe es gestern nicht zum ersten Mal besucht: das Potsdamer Blumenparadies auf der Freundschaftsinsel. Es hat eine längere Geschichte. Schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts tauchte der Name „Freundschaftsinsel“ für das 690 mal 140 Meter große Areal (= 6,5 Hektar) auf; schon 1909 gab es eine Postkarte mit einem Restaurant namens „Freundschaftsinsel“, und ab 1937/38 entwickelte sich an diesem Standort die Idee eines ersten Schaugartens in Deutschland, eines „Blütengartens der Zukunft“ – unter dem maßgeblichen Einfluß des Gartengestalters und Stauden- und Blumenzüchters Karl Foerster (1874-1970), der später Weltruhm erlangte und in der DDR Nationalpreisträger wurde. Der Staudengarten wurde zwar 1941 eröffnet, aber im April 1945 bei dem verheerenden Bombenangriff auf Potsdam alles wieder zerstört. Danach begannen Wiederaufbau, mehrfache Neugestaltungen und 1977 sogar die Erlangung des Status eines Flächendenkmals, das mehr als 1000 verschiedene Stauden- und über 250 Schwertliliensorten zieren sollte.

Gestern führte mich also der Weg wieder einmal dorthin. Aber was will man von der großen Pracht in wenigen Fotos unterbringen? Nicht viel, höchstens eine Art Vorgeschmack auf die Blütenpracht – mit dem traurigen Nachgeschmack, dass auch hier im Vergleich mit früheren Besuchen ein grassierender Schwund bei den Insekten ins Auge fällt. Da muß zum Schluß auf der Fotokarte die Anklage der Gruppe Karat von 1981 über den bedrohten „Blauen Planet“ im Ohr nachhallen: „Tanzt unsre Welt mit sich selbst schon im Fieber?“ Und das war schon vor 40 Jahren …

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