Eine verkannte Schönheit

In der Natur ist alles auf seine Weise schön, aber einiges besonders. Dazu gehört für mich die Filzklette, mit dem wissenschaftlichen Namen Arctium tomentosum. Diese bis über einen Meter hohe Pflanze ist zu unterscheiden von der Großen Klette (Arctium lappa). Man findet Filzkletten verbreitet in Gebüschen, häufig auch am Rande von Feldfluren sowie an Wander- und Radwegen. Schon seit Jahren habe ich sie bei sommerlichen Radtouren im Kameravisier; bereits 2008 hatte ich der „verkannten Schönheit“ eine Fotokarte gewidmet. Dieser Tage hielt ich bei einer erneuten Radtour auf dem Barnimer Dörferweg im Raum Falkenberg – wie 2008 – nach Filzkletten Ausschau. Sie stehen zwar noch nicht in voller Blütenpracht, aber auch von den dicht spinnwebig-wolligen graugrünen Knospen geht ein eigenartiger Zauber aus. Und ich fand an vielen der purpurfarbenen Blüten ein Schar illustrer Gäste: Hummeln, Bienen, Schmetterlinge, Marienkäfer und manch andere Fluginsekten.

Schauen wir mal hin – und wieder mit der Kamera ganz nah ran. Die meisten Fotos zeigen die Filzklette als Wirtin von Fluginsekten; im letzten Teil ist auch die Große Klette mit ihren Gästen zu sehen, darunter mit dem prachtvollen Admiral und einem mir noch unbekannten weiteren Schmetterling.

26. Juli 2011, eine Woche nach dem Besuch bei den Filzkletten:

„Auch das Schöne muß sterben!“ – diese Schiller-Zeile (1799) fand ich heute einmal mehr auch bei „meinen“ Filzkletten bestätigt. Die prächtigen Blüten der Vorwoche waren schon arg gealtert, aber neue Schönheiten mit alten und neuen Gästen hinzu gekommen. Gerade dieses Kommen und Gehen, Werden und Vergehen, macht den Zauber der Natur aus. Die Kamera hat es wieder festgehalten! Übrigens mußten das auch die Kamillenblüten erfahren, die sich noch vor Wochen in strahlender Schönheit präsentiert hatten: Heute wurde das verblühte Kamillenfeld gemäht (Fotos am Schluß).

 

Über Herbert Schwenk

Jahrgang 1937; ehemaliger Lehrer und Gesellschaftswissenschaftler der DDR; heute Rentner
Dieser Beitrag wurde unter “Falkenberger Rieselfelder”, Blumen, Schmetterlinge veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Eine verkannte Schönheit

  1. Justin sagt:

    Toller Blog, gefaellt mir sehr.

Schreibe einen Kommentar