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Sommerliches Treiben am Weißen See in diesen Tagen, auf den ersten Blick alles wie gewohnt. Neben dem Badebetrieb gehen auch die Wasservögel ihrem Tagwerk nach: Nur ein einsamer Schwan zieht seine Kreise, vermutlich der letzte Nachkomme der 2015er-Familie; die fünf Erstlinge unter den Haubentaucherküken, in früheren Beiträgen oft beschrieben, haben einen Verlust erlitten; die Haubentaucher „am abgebrochenen Ast“ setzen ihr Bemühen um Nachwuchs fort, ständig beäugt von Bläss- und Teichhühnern sowie Nebelkrähen …





Bei diesem üblichen Sommergeschehen am Weißen See fiel kaum jemand eine kleine Sensation auf: Ausgerechnet auf dem „abgebrochenen Ast“ nahmen in der Mittagssonne des 11. Juni gleich zwei Schildkröten ein Sonnenbad. Meine Kamera entdeckte und beobachtete sie vorsichtig etwa eine Stunde lang, davon im Folgenden ein paar Fotos. Das besonders Auffällige an ihnen sind die vielen gelben Flecken, Linien oder Punkte am ganzen schwarzbraunen Körper – eine attraktive Schönheit, eine echte „Miss Germany“ am Weißen See!
Weltweit werden derzeit nach Netzangaben 341 Arten von Schildkröten mit über 200 Unterarten registriert. Davon kommt in Deutschland in freier Wildbahn nur eine Schildkrötenart vor: die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis). Sie gilt als „akut vom Aussterben bedroht“ und wurde auch deshalb 2015 als „Reptil des Jahres“ ausgewählt. Es hat in den Jahren seit 1995 besonders in Brandenburg einige Wiederaussiedlungsversuche gegeben, 2008 existierten fünf Populationen mit geschätzten 50 bis 100 Alttieren. Darüber hinaus aber tauchen gelegentlich an heimischen Gewässern auch sog. Gelbbauch- oder Gelbwangen-Schmuckschildkröten auf – wissenschaftlicher Name Trachemys scripta scripta. Es handelt sich um ausgesetzte Tiere, die ursprünglich im Süden Nordamerikas beheimatet waren und seit geraumer Zeit auch in deutschen Zoohandlungen verkauft werden. Ihr auffälligstes Merkmal sind die gelben Streifen, insbesondere an beiden Seiten des Kopfes. Wie die beiden unterschiedlich gefärbten und gemusterten Schmuckschildkröten in den Weißen See gekommen sind, wird wohl allein ihr Geheimnis bleiben …









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Pfingsten steht vor der Tür. Auch der Weiße See hat bei dem anhaltenden Sommerwetter so etwas wie ein „Festkleid“ angelegt. Eine Idylle wohin man schaut – die aber erneut auch einige Überraschungen bereit hält. Meine Kamera war ihnen gestern und heute auf der Spur.


Sieht man einmal vom unerklärlichen Fehlen der Schwäne ab, ist es vor allem das Geschehen rund um den großen „Astabbruch an der steinernen Plattform“, das auf sich aufmerksam macht. Wie verhält sich inzwischen das Haubentaucherpärchen, dessen Gelege beim Astabbruch zerstört wurde? Auch dessen zweites Nest, von dem im vorangegangenen Artikel die Rede war, hatte keinen Bestand: Es wurde Opfer einer „feindlichen Übernahme“ durch Blässhühner. Kaum zu glauben: Seit gestern bemüht sich das Haubentaucherpärchen um einen dritten Anlauf. Nur wenige Meter vom „eroberten“ Nest entfernt wird an einem neuen Nest – und am Nachwuchs – „gebastelt“, wie die heutigen Fotos belegen …






Ein weiteres Ereignis in diesem Uferbereich des Weißen Sees ist das Schlüpfen von mindestens sechs Mandarinküken. Deren bevorzugter Rastplatz unter der Obhut ihrer Mutter ist der dicke Stamm des abgebrochenen Astes. Auch Stockenten durchstreifen mit ihren Küken gerne dieses Revier, während die Haubentaucher-Fünflinge mit ihren Eltern auf sicherer Distanz bleiben … 


Bleibt unter den Überraschungen noch ein besonderes Phänomen zu vermerken. Beim Seerundgang fiel mir gestern ein merkwürdiges Gewimmel von Fischen an einem Abschnitt im östlichen Uferbereich auf. Mit bloßem Auge war außer dem hektischen Geplätscher kaum etwas zu erkennen. Erst die Betrachtung der Fotos zeigt mehrere Fische, darunter vermutlich sogar ein größeres Exemplar – fast so etwas wie das „Ungeheuer (Nessie) von Loch Ness“, allerdings keine 20 Meter groß …



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