Winterzauber im Regen

1-Karte1Der (bisher) ungewöhnliche Winter geht weiter: Statt Frost und Schnee milde Temperaturen und immer wieder Regen. Die Natur ist irritiert, aber entfaltet ihren Winterzauber trotz alledem – auch ohne Schnee. Die Winterlinge verharren geduldig im Regen in ihren Startlöchern…

2-DSCF7465-adb 3-DSC_9187-adb4-DSCF7466-adb5-Karte2Bei meinem heutigen Streifzug durch den Winterregen fiel mir eine weitere Schönheit auf: eine Europäische Eibe (botanisch Taxus baccata) mit ihren leuchtend roten Früchten (keine Beeren, meinen die Botaniker, sondern ein „Mantel“, der den Samen umhüllt). Jedenfalls ein weiterer Winterzauber, der auch im Regen eine gute Figur macht: ein Weihnachtsbaum mitten in der Natur, schöner geschmückt, als der Mensch das vermag…

7-DSC_9294-adb6-DSC_9259-adb11-Karte49-DSCF7489-adb10-DSC_9273-adb8-Karte3Gegenüber dieser Pracht erscheint mein heutiger dritter Winterzauber im Regen fast unscheinbar: die ersten Kätzchen der Gemeinen Haselnuß (botanisch Corylus avellana). Sie gelten neben Winterlingen, Schneeglöckchen und Krokussen gleichfalls als ausgemachte winterfeste Frühblüher…

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Winterlinge mahnen den Winter

0-Karte0Das ist bisher kein Winter, wie er im Buche steht. Seit Nikolaus, als uns Sturmtief „Xaver“ kurzzeitig etwas Schnee brachte und den bisher milden Temperaturen im Januar merken wir kaum etwas vom Winter. Selbst die Meteorologen sind ratlos und wagen kaum Voraussagen, wann Schnee und Eis kommen und wie lange das anhalten werde.

Und passend dazu nun heute bei einem Sonntagsspaziergang diese Entdeckung: Die Winterlinge sind sogar schon da! Sie gelten als erste Boten des Vorfrühlings, noch vor den Schneeglöckchen und Krokussen. Im Vorjahr machte ich Fotos von (allerdings voll aufgeblühten) Winterlingen erst Anfang März. Und nun, schon sieben Wochen früher, ihre unübersehbare Mahnung an den Winter: Zeig dich endlich – wir sind schon da!

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3-DSCF7357-adbDabei sind die frostharten Winterlinge (botanischer Name Eranthis hiemalis) mit ihren auffallend goldgelben Blüten (daher auch Gelbe Wintersterne genannt) bei uns nicht allzu häufig anzutreffen. Ihr ursprünglicher Lebensraum, so die einschlägigen Quellen, sei die Mittelmeerregion; nach Deutschland kamen sie Ende des 16. Jahrhunderts aus Italien, wurden zuerst in Gärten gehalten und sind später in Landschaftsparks ausgewildert. Hier kann man sie nun, wenn man etwas Glück hat, auch in Berlin antreffen. Sie sind kaum zu übersehen – und natürlich ein attraktives Fotoobjekt: mit ihren etwa zwei bis drei Zentimeter großen gelben Blüten (bei voller Entfaltung), umschlossen von sechs Blütenhüllblättern, die gut positioniert jeweils am Ende eines dicken Stängels sitzen und gleich darunter ein Kranz großer, tief eingeschnittener grüner Stängelblätter; am Ende schließlich steckt in der Erde eine (giftige!) Knolle. Aber die Winterlinge sind nicht nur ein attraktives Fotoobjekt, sondern vor allem ein begehrtes Anflugsobjekt der Bienen, die irgendwann ihre ersten Nachwinter-Ausflüge starten werden…

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Böllerwahnsinn schadet Mensch und Natur

1-Karte00Neujahrsmorgen im Kiez – der traditionelle Spaziergang seit vielen Jahren. Zunächst schien alles wie immer: Auch ohne Schnee die gewohnte Winteridylle, sogar mit Raureif in manchen Bodensenken, Lampionblumen, Gänseblümchen, Korallenbeeren und einem kleinen „Mäuse-Highway“ …

1-Karte23-DSCF7128-adb5-DSCF7179-adbAber bald zeigte sich, dass die Idylle trügt: Die Silvesternacht hatte ihre Spuren hinterlassen. Überall lagen die Relikte der abgefeuerten Raketen herum. Aber im Unterschied zu früheren Jahren mußten wir diesmal einen regelrechten „Katjuscha-Hagel“ über uns ergehen lassen. Die Raketen und „Abschußrampen“ werden immer gewaltiger: Es werden nicht mehr Raketen, sondern ganze „Batterien“ abgeschossen – bis zu 250 Schüsse, 490 g Explosivstoff, Effekthöhe 45 m, Brenndauer 60 sek, kann man auf leeren Schachteln lesen …

5-Karte-36-DSCF7134-adb7-DSCF7148-adb8-DSCF7143-adbDie Schäden solcher „Katjuscha“-Feuerwerke liegen auf der Hand. Hunderte Berliner verletzten sich in der Silvesternacht (3 792 Notrufe, 1 667 Feuerwehreinsätze, 450 Brände, 4 109 Funkwageneinsätze der Polizei). Der ohrenbetäubende Lärm wirkt schädlich auf das menschliche Gehör. Die Luftbelastung ist erheblich. Die Beseitigung des Mülls schließlich geschieht nicht durch die Verursacher, sondern auf aller Kosten: Es waren insgesamt nach der Silvesternacht 600 BSR-Mitarbeiter und 150 Fahrzeuge in Berlin unterwegs. (Datennachtrag laut Berliner Kurier v. 2.1.14)

Was mir jedoch am heutigen Neujahrsmorgen am meisten auffiel, war dies: Auch die Natur leidet erheblich unter dem Böllerwahnsinn. Ich sah in unseren Kiez-Parkanlagen, also mitten in den geschützten Grünanlagen, nie soviel Feuerwerksmüll wie heute Morgen. Der Böllerwahnsinn belastet damit auch erheblich unsere heimische Tierwelt. Sichtbarstes Beispiel: Unser verbliebener Schwan auf dem Fennpfuhlsee, den ich Silverstervormittag noch fotografierte, hat mutmaßlich nach dem Böllerwahnsinn heute Morgen die Flucht ergriffen.

Da fällt einem nur noch die Zeile aus Schillers „Lied von der Glocke“ ein: „Der Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang“ ...

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