Kranichzeit im Spreewald

Der Spreewald macht zwar zur Zeit keine Weltschlagzeilen, aber dieser Tage ging eine kleine Noziz durch die Presse, die mich erfreute: Im Biosphärenreservat Spreewald soll die streng geschützte Kernzone, die vom Menschen nicht genutzt werden darf, um ein Drittel, das sind 1425 Hektar, auf dann drei Prozent erweitert werden. Ist das schon eine sehr gute Meldung, so kommt dies hinzu: Auch über dem Spreewald kreisen dieser Tage wieder mehr durchziehende Kraniche aus Skandinavien und Osteuropa und suchen Rast- und Futterplätze für ihren Weiterflug in die südlichen Winterquartiere. Gründe genug, wieder einmal in den Spreewald zu fahren und sich diesmal bei einer längeren Wanderung an den herbstlichen Attraktionen des großen eiszeitlichen Binnendeltas zu erfreuen.

Ausgangs- und Endpunkt waren wie meist die Bahnhöfe Lübben bzw. Lübbenau. Die 20-Kilometer-Wanderung führte diesmal in südöstlicher Richtung im Bogen entlang dem sog. Nordumfluter hin zu dem Kranich-Rastplatz Kockrowsberg. Aber zu diesem frühen Herbst-Zeitpunkt und Tageszeitpunkt befanden sich die Kraniche noch meist in den Lüften und zeigten ein wenig von ihrer Flugshow…

Über den sog. Barzlin, eine 4 Hektar große und ein Meter hohe Talsanderhebung in der Spreeaue, die schon vor 3000 Jahren besiedelt und noch im 18. und 19. Jahrhundert von Menschen bewohnt war, gings weiter über Brücken und Kanäle, inmitten der herrlichen Auenlandschaft hinein nach Lübbenau…

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Faszinierende Tautropfen

Man konnte darauf warten: Mit der herbstlichen Kühle und höheren Luftfeuchtigkeit ist auch der Morgentau wiedergekommen. Das ist alljährlich ein besonders schönes Schauspiel der Natur, wie Fotos aus vergangenen Jahren zeigen. Heute Morgen fing meine Kamera erneut, tief am Boden und ganz nah, ein paar Fotos von faszinierenden Tautropfen ein – sozusagen unter den „Augen“ des knallbunten Laubes an den Bäumen über mir…

Besonders attraktiv strahlten die Tautropfen an den merkwürdig „aufgeblasenen“, bauchigen Kelchröhren des schon verblühten sog. Taubenkropf-Leimkrautes (Silene vulgaris) und den Blättern der Weißen Robinie oder „Falschen Akazie“ (Robinia pseudoacacia). Bis zum Mittag war die Pracht der Tautropfen schon wieder verschwunden – der zeitweilige Sonnenschein hatte sie wieder „getrunken“…

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„Rings ein Verstummen, ein Entfärben…“

Einst, vor weit über eineinhalb Jahrhunderten, muß der österreichische Dichter Nikolaus Lenau (1802-1850) einen Herbst vor Augen gehabt haben, wie wir ihn in diesen Tagen erleben, als er sein Herbst-Gedicht begann: „Rings ein Verstummen, ein Entfärben…“

Ich habe in den vergangenen Tagen an mehreren Orten das „Verstummen“ und „Entfärben“ in der herbstlichen Natur beobachtet und einiges mit der Kamera festgehalten. Die „Entfärbung“ des Laubes an und unter den Bäumen und Sträuchern muß jeden Maler neidisch machen…

Neben den letzten Blumen und vereinzelten Pilzen (auf dem Foto oben ein junger Fliegenpilz) bestimmen auch die unterschiedlichsten Strauchfrüchte die herbstliche Farbpalette. Optisch besonders vorteilhaft schneiden dabei neben den knallroten Hagebutten, den Früchten der wilden Rosen, auch die ebenso tiefroten Früchte der Berberitze und – wenn man etwas Glück hat – auch die pflaumenblauen Schlehen, die Früchte des Schwarzdorns, ab…

Schließlich dürfen unter den gegenwärtigen Farbtupfern in der Natur auch die letzten Insekten, besonders Schmetterlinge, nicht fehlen. Vor meiner Kamera posierten auf wunderschönen Herbstblumen der Admiral, das Tagpfauenauge und der Große Fuchs…

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