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Es geht ums Überleben!
Weißer See, heute Mittag. Ein herrlicher Anblick: Sonnenschein, der See wie gemalt im weißen Festkleid, ein paar Schlittschuhläufer, Spaziergänger und Eisangler nutzen die Gunst der Stunde. Aber o weh! Der See ist fast zugefroren: Nur noch ein kleines eisfreies „Loch“ von schätzungsweise weniger als fünf Prozent der gesamten Seefläche ist verblieben. Dort drängen sich nun die weit über hundert Wasservögel, die Enten, die Blesshühner und unsere beiden Schwäne…


Und an dieser kleinen, noch vorhandenen offenen Wasserstelle geht es höchst dramatisch zu. Wenn vereinzelte Vorübergehende die Wasservögel füttern, entbrennt ein turbulenter Kampf um die Brotbrocken: ein Riesengerangel und wildes Geplätscher, Flugakrobatik und Positionskämpfe. Was Kamera und menschliches Auge als schönes Schauspiel wahrnehmen, ist natürlich harter Existenzkampf, eine bittere Notlage der Tiere bei dem anhaltend klirrenden Frost…
Die Schwäne halten sich einige Meter abseits am Rand des Eises auf. Sie nehmen an dem wilden Kampf um das Futter nicht teil. Es scheint, als erkennen sie (noch?) nicht die bedrohliche Situation. Ich gehe mal von der optimistischen Option aus und unterstelle Erfolg in ihrem Kampf ums Überleben…


Nachtrag einen Tag später, 9. Februar 2012
Wetterwechsel: Statt Sonnenschein und strengem Frost heute Bewölkung mit gelegentlichem Schneefall und mäßigerem Frost. Die Szenerie am Weißen See ist jedoch unverändert, die Situation unter den Wasservögeln eher noch angespannter, hektischer. Die Zahl der Passanten, die die hungernden Tiere füttern, ist heute noch geringer. Nur unser Schwanenpaar behält die Ruhe – teils gründelnd zieht es nahe dem Ufer in der engen Wasserstelle auf und ab…
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„Worauf, ihr lieben Flocken, habt ihr gewartet so lang?“
Jeder kennt die sogenannten Schneekugeln: Eine Miniwelt in einer mit Wasser und kleinen Partikeln gefüllten durchsichtigen (Halb-) Kugel, in der es beim Schütteln „schneit“ – eine schöne Traumwelt, die vor allem Kinder entzücken soll.
Am heutigen schönen Wintertag brauchten wir die Traumwelt einer „Schneekugel“ nicht. Wer Freude am „Leise rieselt der Schnee“ hat, brauchte nur aus dem Fenster zu schauen, oder noch viel besser: hinaus ins Freie zu gehen, um sich mitten hinein in die von der Natur selbst gezauberte „Schneekugel“ zu stellen. Ich tat das, winterlich gut „verpackt“ und selbstverständlich mit der Kamera „im Gepäck“.
Unser diesjähriger Winter hat ja dank Sibirien-Kältehoch „Cooper“ inzwischen eine sehr beachtliche „Betriebstemperatur“ von nachts bis unter minus 20 Grad erreicht, aber es fehlte eben der Schnee – bis heute. Eine Situation, die der Dichter Friedrich Rückert (1788-1866) schon vor über 150 Jahren in seinem Gedicht „Ein Winter war’s und keiner“ beklagte:
Ein Winter war’s und keiner, /Denn es hat nicht geschneit, /
O Schnee, du glänzend reiner, / Machest die Winterzeit. /
Und nun ist ohne Stocken / Das Schneegeweb im Gang, /
Worauf, ihr lieben Flocken, / Habt ihr gewartet so lang?
Und was war das heute für ein „Schneegeweb“! Fast den ganzen Tag fielen feine Schneeflocken, die im statistischen „Mittel“ nur 5 mm groß sein sollen, aber wegen der großen Fallhöhe durch die Atmosphäre heute wesentlich größer ausfielen. Denn in den Flocken ballen sich viele kleine Schneekristalle zusammen, die hochoben in der Wolke zunächst sogar nur 0,1 mm klein sind, aber bei ihrem Fall auf die Erde wachsen und sich zu mehr oder weniger großen Flocken „vereinigen“.
Die Frage für mich war: Ob es endlich mal gelingt, diese Miniatur-Schneeflocken in ihrer typischen Sternform „ganz nah“ mit der Fotokamera einzufangen? Ich wählte natürlich dazu meine guten alten Bekannten in dem mir vertrauten Biotop-Terrain als „Objekte der Begierde“. Schauen wir mal, welches „Schneegeweb“ dabei herausgekommen ist!
Veröffentlicht unter Allgemein
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