Verschont vom Rasenmäher

Wenn man in diesen Tagen durch das Steintor von der Hohenschönhauser Straße aus in den Volkspark Prenzelberg hinaufgeht, bietet sich dem aufmerksamen Naturbetrachter jenes Bild, das ich als Headfoto festgehalten habe: Gleich hinter den Steinsäulen steht eine einsame Pflanze auf einem vor kurzem gemähten Rasen – eine sogenannte Zichorie, eine Gewöhnliche (Gemeine) Wegwarte mit dem wissenschaftlichen Namen Cichorium intybus. Der motorisierte Mäher hat diese Pflanze bei seiner Arbeit bewußt stehenlassen – er hat sie verschont! Eine gute Tat, sehr lobenswert, Naturschutz mit großer Moral! Denn die Zichorie gehört zu den wertvollsten Wildpflanzen: als Heil- und Nahrungsmittel für Menschen und als Pollenspender für unzählige Insekten, darunter Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Die Wegwarte ist in Deutschland bereits für 2020 als „Heilpflanze des Jahres“ bestimmt worden, nachdem sie 2005 schon „Gemüse des Jahres“ und 2009 „Blume des Jahres“ war.

Meine folgenden Fotos verstehe ich daher als kleine Homage an die tollen Zichorien, aber auch an den tollen Rasenmäher, der die himmelblaue Schönheit oberhalb des Steintores stehenließ …

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Bilderbuch-Siebenschläfer

Auch der heutige Siebenschläfer-Tag ist für mich ein Muß, mit der Kamera Ausschau nach dem Sommer zu halten. Das ist seit Jahren so. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass es in den vergangenen Jahren um den 27. Juni herum so eine stabile hochsommerliche Wetterlage gab, die die Prognose auf den kommenden Sommer so zwingend macht, wie in diesem Jahr: Siebenschläfer-Mythos hin oder her – alles deutet bei dieser relativ stabilen Wetterlage am Monatswechsel Juni/Juli auf einen warmen und trockenen Sommer hin.

Jedenfalls könnten meine Fotos vom heutigen Bilderbuch-Siebenschläfer mit so vielen illustren Sommergästen in unserem Kiez auf einen einen heißen Sommer auch 2019 hinweisen…

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Bienen-Rettung – auch auf der alten Oderbruchkippe

Dies ist ein kleines Jubiläum: Mein 500. Beitrag im Blog „Natur in Bild und Wort“ seit 2011. Und ich widme auch ihn und aus aktuellem Anlaß besonders dem Kernthema, das fast alle 500 Beiträge durchzieht bzw. dominiert: die Erhaltung der Natur und unseres Planeten – mit dem Hauptbezug auf Berlin.

Gestern informierte der BERLINER KURIER unter der Überschrift „Mission Bienen-Rettung“ über ein engagiertes Projekt der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie der Deutschen Wildtier Stiftung. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt lautet: „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf“. Es geht davon aus, endlich auch in Berlin einen wirksamen Beitrag gegen das verbreitete Insektensterben, für die Förderung der Insektenvielfalt in der Stadt zu leisten. Im Zentrum stehen dabei die Wildbienen, die wichtigsten Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Etwa die Hälfte der Wildbienenarten ist in Deutschland in ihrem Bestand bedroht oder bereits ausgestorben. In Berlin stehen gegenwärtig 40 Prozent der Wildbienenarten auf der Roten Liste gefährdeter Arten; 36 Arten sind bereits seit Beginn der 90er Jahre ausgestorben.

Im Rahmen des neuen Bienen-Projekts „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf“ wurde nun am 13. Juni im sog. Spreebogenpark im Regierungsviertel die zehnte neue Fläche zur Förderung der Blüten- und Insektenvielfalt eröffnet – durch Kräuter, Wildblumen und Wildstauden, natürlich mit der Hoffnung auf eine bundesweite politische Signalwirkung.

Diese neuen Pilotversuche zur Bienen-Rettung sind sicher gut und schön. Aber reicht das aus? Was tut die Landwirtschaft zur Eindämmung der Umweltgifte und anderen Belastungen der Insekten? Was geschieht in den vielen öffentlichen Grünflächen in Stadt und Land zur Förderung der Blüten- und Insektenvielfalt?

Und so auch in unserem Kiez. Ich war gestern und heute bei sengender Hitze im nahen Volkspark Prenzlauer Berg mit der Kamera unterwegs. Unsere alte sog. Oderbruchkippe ist ein historisch gewachsenes Refugium vieler Blütenpflanzen und Insektenarten. Leider gab es auch hier in den vergangenen Jahren manches, was der Blüten- und Insektenvielfalt nicht förderlich war. Wie wäre es, wenn unser einzigartiges Wildtierparadies ebenfalls mehr Aufmerksamkeit und Förderung im Rahmen des Projektes „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf“ erhielte? Meine Fotos könnten dabei eine kleine Hilfe sein, dies zu verstehen und zu begründen …

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