Gratulationscour zum „Insekt des Jahres 2018“

Die folgende Gratulationscour zum „Insekt des Jahres 2018“ kommt etwas spät. Denn schon im Dezember 2017 hat das dafür zuständige Kuratorium seine Entscheidung, die seit 1999 alljährlich getroffen wird, zugunsten der Gemeinen Skorpionsfliege verkündet. Jene ist auch bei uns verbreitet und fällt vor allem wegen ihrer markanten Flügelzeichnung und ihrer merkwürdigen, schnabelförmig nach unten verlängerten Kopfform auf. Männchen und Weibchen unterscheiden sich durch das Ende ihres Hinterleibs: Während sich beim Weibchen der Hinterleib nach hinten stark verjüngt, trägt das Männchen am Ende seinen „Kopulationsapparat“, der wie ein Stachel aussieht und dem Insekt eine perfekte Täuschung als „gefährliches“ Insekt verleiht. In Wirklichkeit ist es Menschen gegenüber ein harmloses Tier.

Ich habe nicht zufällig diesen heutigen Blogartikel dem „Insekt des Jahres 2018“ gewidmet. Es ist mein insgesamt 450. Blogartikel, also ein kleines Jubiläum. Deshalb lasse ich einige Fluginsekten, denen ich in den vergangenen Tagen bei Fototouren im Biotop Volkspark Prenzlauer Berg begegnete, zu einer Art „Gratulationcour“ beim Insekt des Jahres 2018 antreten. Und so sieht die kleine Parade zu Ehren der ausgezeichneten Skorpionsfliege aus …

Ergänzung einen Tag später, 25. Juni 2018:

Trübe Nachricht am Montagmorgen vom trüben Weißen See: Wieder haben die Schwanenfamilie und deren Fans den Verlust eines Kükens zu beklagen. Über den genauen Zeitpunkt und Hergang der Tötung gibt es bisher nur Spekulationen…

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Ein weiterer Verlust

Gestern Morgen am Weißen See: Die vierte Woche im Leben der Schwanenküken hat begonnen. Zunächst fällt der niedrige Wasserstand ins Auge: Anhaltende Trockenheit und Hitze haben See und Park wie schon in den Jahren zuvor stark zugesetzt …

Und dann eine weitere unerfreuliche Überraschung! Statt der Sechslinge erfreuten sich nur noch fünf Küken ihres jungen Schwanenlebens. Nachfragen bei Ortskundigen ergab, dass ein Küken sehr wahrscheinlich in der Nacht vom Sonntag zum Montag sein Leben verloren hat. Die näheren Umstände sind bisher nicht bekannt. Die Fünflinge zeigten sich munter wie eh und angepasst an die durch „wilden“ Badebetrieb und unangeleinte Hunde eingeschränkten Lebensbedingungen. Aber mir schien, dass sich die Schwäne noch ängstlicher und vorsichtiger im Wasser bewegten und nur sehr kurz und sehr ufernah „an Land“ gingen. So gab es auch in der vierten Lebenswoche der Fünflinge noch keinen Grund zum Jubeln …

 

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Klein, aber fein

Vieles, was  Albert Einstein gedacht und bewegt hat, ist bis heute von Bedeutung, darunter auch dieser Satz: „Wenn die Biene ausgestorben ist, werden der Menschheit nur noch vier Jahre bleiben.“ Er hatte schon damals die Unverzichtbarkeit der Insekten für die Bestäubung von Pflanzen und damit auch die menschliche Ernährung vor Augen. Heute hängt etwa ein Drittel der Weltnahrungsmittelproduktion von der Bestäubung durch Bienen und andere Insekten ab. Nach Berechnungen aus dem Jahre 2005 betrug der „globale ökonomische Nutzen“ der Bestäubung von Agrarpflanzen durch Insekten etwa 153 Milliarden Euro. Dem steht das dramatische globale Insektensterben gegenüber – vor allem durch die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft, durch den Einsatz von Pestiziden, durch die Bodenversiegelung (d.h. Bebauung des natürlichen Bodens), durch die Vernichtung von Feldgehölzen und Ackerrandstreifen usw. Hinzu kommen Schäden durch gefährliche Erkrankungen von Bienen. Allein in Deutschland hat sich so seit 1951 die Zahl der Honigbienenvölker mehr als halbiert.

Eine besondere Bedeutung kommt den Wildbienen zu. In Deutschland kommen 585 Wildbienenarten vor. Davon ist mehr als die Hälfte akut gefährdet. Viele Arten sind bereits ausgestorben. Weltweit haben die Probleme des Ausfalls von tierischen Pflanzenbestäubern begonnen, beispielsweise in China, wo Menschen versuchen, die Bestäubung zu ersetzen.

Ich habe in diesen heißen Sommertagen bei meinen Kamerastreifzügen im Biotop Volkspark Prenzlauer Berg selbstverständlich nach den Fluginsekten Ausschau gehalten. Es fällt auf, dass Schmetterlinge, Schwebfliegen, Honig- und Wildbienen und Käfer wie Marienkäfer und Pinselkäfer deutlich weniger zu finden sind als zu gleicher Zeit in früheren Jahren.

Besonders hat es mir dabei eine Wildbienenart angetan, die die Aufmerksamkeit meiner Kamera auf sich zog: die Gemeine Seidenbiene (Colletes daviesanus). Klein, aber fein: nur knapp einen Zentimeter Körpermaß, fällt sie mit ihrer rotbraunen Behaarung an Kopf und Thorax, ihren enormen Pollentransport-Haarbüscheln an Rumpf und Hinterbeinen sowie ihrem schwarzen Hinterleib mit hellgrauen, filzigen Binden gegenüber anderen Bienenarten ins Auge. Schauen wir diese Seidenbienen etwas näher an!

Natürlich kann meine kleine Hommage an die Fluginsekten mit ihrem gigantischen Bestäubungswerk nicht bei den Seidenbienen stehenbleiben. Wenn auch nicht so häufig wie früher, hat meine Kamera auch manche der alten Bekannten gefunden: Hummeln, Marienkäfer bei ihrem Kampf mit Ameisen um Blattläuse, wenige Schmetterlinge, einen (!) Gebänderten Pinselkäfer, eine (!) Punktierte Zartschrecke und schließlich auch noch die attraktive Sandknotenwespe

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