20 Kilometer rund um den Müggelsee

Auf zum Müggelsee! Das hatte ich mir schon seit einiger Zeit vorgenommen, aber erst gestern kam es dazu. Der Zeitpunkt war günstig: Der Spätsommer war gerade dabei, den Staffelstab an den Frühherbst zu übergeben. Der Müggelsee mit seinem Umland gehört seit vielen Jahren zu meinem Radtouren-Programm. Meist umrunde ich ihn von Friedrichshagen und dem Spreetunnel aus nur etwa zur Hälfte und zweige dann irgendwie ins Umland ab, zum Beispiel in Richtung Köpenick. Bei winterlichen Vereisungen habe ich den Müggelsee auch mehrfach der Länge nach zu Fuß überquert. Vollständige Umrundungen per Fahrrad sind wegen der etwas unbequemen Überquerung der Müggelspree hinter Müggelhort bei mir eher selten. Gestern aber wollte ich es mit der Totalumrundung noch einmal wissen.

Für jeden Berliner ist es eine Binsenweisheit: Der Müggelsee ist mit seiner 766-Hektar-Wasserfläche nicht nur der größte Berliner See, sondern gehört mit seinem Umland zu den schönsten Naturparadiesen der Stadt. Die Spree hat ihn seit der Eiszeit mit einem riesigen Wasserreservoir von 36,5 Millionen Kubikmetern ausgestattet – das ist zum Beispiel das rund 100-fache Volumen des Weißen Sees und rund 345-fache Volumen des Orankesees. Und das „verpackt“ in einer herrlichen Landschaft mit viel Wald und Dünensand, darunter Berlins höchste Bodenerhebung, die 115 Meter hohen Müggelberge. Viele Wander- und Radwege laden ein, die Müggelseelandschaft zu genießen.

Ich begann meine 20-Kilometer-Umrundung wie immer am Spreetunnel Friedrichshagen, am nordwestlichen „Zipfel“ des Großen Müggelsees. Dort wird man erst einmal freundlich von den Müggelsee-Möwen begrüßt. In der „ersten Halbzeit“ geht es zunächst auf sehr gut erschlossenen Wander- und Radwegen am West- und Südufer über Rübezahl und Müggelseeperle entlang in Richtung Müggelhort am südöstlichen „Zipfel“ des Sees. Neben den wunderschönen Ausblicken auf die Seefläche gibt es aber auch manch „Spätsommerlich-Herbstliches“ am Wegrand, was zum Stoppen und Fotografieren einläd…

Hat man endlich die Überquerung der Müggelspree per Mini-Fähre an der Ostseite geschafft, beginnt in Rahnsdorf die etwas schwierigere „zweite Halbzeit“ der Seeumrundung. In Rahnsdorf, dem alten märkischen Fischerdorf (erstmals 1375 urkundlich erwähnt) mit seiner sehenswerten Kirche, muß man das östliche Müggelseeufer zunächst für einige Zeit verlassen. Erst im Bereich der EU-Badestelle des Strandbades Müggelsee mit seiner 830 Meter langen Uferzone am Nordostufer gelangt der Müggelsee wieder in Sichtweite der Umrundungstour. Man wird, zumal bei Südwestwind, reichlich entschädigt durch schöne Blicke auf kräftigen Wellengang und die Skyline der Müggelberge hinter dem Südufer des Großen Müggelsees. Danach versperrt das Wasserwerk Friedrichshagen erneut die Weiterfahrt am See, bevor man schließlich die letzten Kilometer bis zum Ausgangspunkt Spreetunnel wieder in Sichtweite des Müggelsees zurücklegen kann – begrüßt und verabschiedet von den freundlichen Müggelsee-Möwen…

 

Über Herbert Schwenk

Jahrgang 1937; ehemaliger Lehrer und Gesellschaftswissenschaftler der DDR; heute Rentner
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