Zum Inhalt springen
Hochsommer in den vergangenen Jahren – das bedeutete häufig viel Sonnenschein und hohe Temperaturen. Mancher stöhnte unter der Hitze und Trockenheit wie einst Poet Emanuel Geibel in seinem Gedicht „Hochsommer“: „Kein Gesang mehr in den Zweigen! / Keine Lilie mehr am Rain! – / O wann wirst du niedersteigen, / Donnerer, wir harren dein.“
In diesem Jahr war das anders. Fast sieben Wochen nach Siebenschläfer kann man feststellen: Die alte Wetterregel hat sich offensichtlich wieder einmal bestätigt. Jene Wetterlage, die sich Ende Juni/Anfang Juli einstellt, hält eine längere Wetterperiode an.
Heute schaute ich mich bei einem Morgenspaziergang mit der Kamera um, um ein kleines Kaleidoskop dieses kühlen, häufig verregneten Hochsommers einzufangen. Und das Ergebnis? Wie jedes Kaleidoskop enthält auch mein „Hochsommer-Kaleidoskop“ viele bunte Steinchen, die noch Spuren vorangegangener Regenschauer zeigen und wunderschön strahlen, wenn die Sonne zwischen den Wolken hervorschaut. Es tauchen die leuchtenden bunten Blüten der Wegmalve, der Gemeinen Wegwarte (Zichorie) und der Disteln auf, deren „Sommergäste, Insekten vieler Arten, sich an den Blüten laben…

















Veröffentlicht unter Allgemein
|
Ein Sommersonntag im Fast-Dauerregen – was ist da schon zu erwarten? Fragte ich mich, nahm die Kamera und schaute mich am nahen Fennpfuhlsee um. Das ist ein Ende der 1970er Jahre geschaffener künstlicher See nahe der Landsberger Allee, der durch Ausbau und Verbindung zweier ureiszeitlicher Pfuhle (Fennpfuhl und Langpfuhl) entstand. Der kleine See ist zwar kein Badesee, aber mit dem umliegenden Fennpfuhlpark ein beliebtes Naherholungsgebiet in einem großen und dichtbesiedelten Plattenbaugebiet.
Die Großsiedlung begeht in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen; die Grundsteinlegung erfolgte am 1.12.1972 beim 21-geschossigen Doppelhochhaus am Roederplatz/Weißenseer Weg 1 und 2. Sie entstand auf einem feuchten Terrain meist ehemaliger Laubenkolonien mit schwierigem Baugrund. Die Bebauung war schon seit 1956/57 unter Hermann Henselmann (1905-1995) geplant, ist aber erst mit insgesamt 15 518 Neubauwohnungen in drei großen Wohngebieten zwischen 1972 und 1985 als erste zusammenhängende Plattenbau-Großsiedlung der DDR realisiert worden. Hier wurde erstmals die später in der gesamten DDR bekannte Plattenbau-Typenserie WBS 70 erprobt. Seit 2001 ein eigener Ortsteil des Bezirkes Lichtenberg, erhielt er nach dem kleinen See den Namen Fennpfuhl. Der Ortsteil Fennpfuhl ist nur 2,12 Quadratkilomer groß, zählt aber 31 529 Einwohner (Ende 2011; 1990: rund 38 000) und ist so mit einer Einwohnerdichte von 14 872 Personen pro Quadratkilometer der am zweitdichtesten besiedelte Ortsteil von Berlin (nach Friedenau). Da ist der Fennpfuhlsee mit seinem Park ein kostbares Kleinod der Natur – inmitten der großen Wohnanlagen mit ihren alles überragenden Höhendominanten und dem Anton-Saefkow-Platz als ihrem Zentrum…






Den Wert solcher Naherholungsgebiete wie Fennpfuhlpark kann man auch daran ermessen: Durch das Versiegeln von Flächen infolge von Bau- und Verkehrsprojekten gehen immer mehr Grünflächen verloren; allein in Brandenburg pro Jahr 1181 Hektar (2011), das bedeutet eine tägliche Zunahme um 3,2 Hektar…
Was aber haben nun der Fennpfuhlsee und Fennpfuhlpark an einem Sommerregentag wie dem heutigen zu bieten? Es ist nicht nur ein Graureiher, der sich hier wohlfühlt…











Veröffentlicht unter Allgemein
|
Endlich Hochsommerwetter! Schon seit einiger Zeit wartete ich darauf, eine Radtour zu wiederholen, die ich fast auf den Tag genau vor einem Vierteljahr unternommen hatte: ins Obstanbaugebiet von Glindow, dem Ortsteil von Werder/Havel. Im Frühjahr kann man dort die Baumblüte bewundern, im Juli die Obstreife. In diesem Jahr hat der Dauerregen schuld, dass ich mich erst gestern zu der Radtour in die Obstreife und Obsternte entschließen konnte – trotz der 32 Grad C im Raum Potsdam; vor einem Vierteljahr war es übriges schon ähnlich heiß wie diesmal. Es gab wie immer viel zu sehen – Schönes, aber diesmal auch weniger Schönes.
Das Sehens- und Erlebenswerte ist die Havel-Kulturlandschaft, sind die großen Obstplantagen mit ihren reifen und reifenden Früchte beiderseits des 15 km langen Panoramaweges. Es geginnt mit den herrlichen Aussichten vom Glindower Plateau auf den Glindower See und Großen Plessowsee…

Wo vor einem Vierteljahr die Apfelblüten die Blicke auf sich zogen, leuchten nun Äpfel in großen Mengen – zum Vergleich Fotos von der Baumblüte am 27. April:





Bei den Kirschen schien es zunächst ähnlich zu sein. Etliche Bäume schienen noch immer zu bersten unter der Last der Kirschen (auch hier Vergleiche mit der Baumblüte), obwohl der Höhepunkt der Kirschernte vorbei ist und nur noch einige Relikte an die große Zeit des Pflückens erinnerten …









Aber die schöne Seite der Obstreife konnte nicht verdecken, dass es auch eine negative Seite gibt: die Vernichtung von reifen Kirschen an den Bäumen, und zwar in großem Stil. Ich hätte das kaum für möglich gehalten: Während Obstmangel in der Welt zu den großen ungelösten Problemen gehört und auch in unserem Land bei den hohen Obstpreisen mancher gerne mehr Obst essen würde, verkommen mitten in unserer Kulturlandschaft große Mengen an Kirschen und Fallobst! Die vor sich hingammelnden Kirschen an den Bäumen machen einen Großteil der Ernte aus – unglaublich, aber wahr, wie die Fotos belegen:







Trotzdem: Das Obstanbaugebiet Werder-Glindow ist eine Radtour (von Potsdam aus) wert – zur Baumblüte im Frühjahr und Obstreife und -ernte im Sommer…


Nachtrag:
Als ich gestern Abend von der Radtour zurückkehrte, erfuhr ich aus den Blognachrichten von Familie Pape, dass es bei den Schwänen am Weißen See einen traurigen Vorfall gegeben hat. Heute am späten Nachmittag fuhr ich an den See, um mich vor Ort umzusehen. Die Schwanenfamilie hat also ein Kind verloren. Der Verstand mahnt: So ist eben die Natur, sie gibt und nimmt – aber das Gefühl sagt: Schade, etwas Liebgewordenes ist nicht mehr. Darum noch diese kleine Hommage:

Veröffentlicht unter Allgemein
|