Launischer Spätsommer

Das Wetter des vergangenen Wochenendes war typisch für den gesamten Sommer: wechselhaft und unbeständig. Während am Samstag bei uns die Sonne kaum zu sehen war und es etliche Stunden regnete, hatten wir am Sonntag noch einmal prächtiges Spätsommerwetter, das auch heute anhält. Rein „meteorologisch“ ist der diesjährige Sommer mit den Kalendermonaten Juni, Juli und August seit dem 31. August vorbei. Und der Deutsche Wetterdienst (DWD) konnte schon mal Bilanz ziehen: Der Sommer lag zwar mit einer mittleren Temperatur von 17,2 Grad C um 0,1 Grad über dem Durchschnittswert von 1981 bis 2010, brauchte aber eine ganze Weile, um durch zwei starke Hitzewellen „in Schwung“ zu kommen. Beim Niederschlag – dem zweiten wichtigen Kriterium – lag der Sommer 2012 mit rund 263 Litern pro Quadratmeter sogar 10 Prozent über dem langlährigen Mittel. Und schließlich bei der dritten Komponente, der Sonnenscheindauer, rangierte der diesjährige Sommer mit seinen 591 Stunden zwei Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

Und genau so „wetterwendisch“ war das vergangene Wochenende. Meine Kamera mußte am Sonnabend bei teilweise dichtem Nieselregen einiges aushalten, um an die pitschnassen Hagebutten und Beeren der Berberitze, an tropfnassse Gräser, herbstlich gefärbte Blätter und Blumen ganz nah – versteht sich – heranzukommen…

Und dann am Sonntag zeigte der Spätsommer 2012 mit einem Wetterwechsel über Nacht noch einmal seinen ganzen „launischen“ Charakter. Ich suchte mit Fahrrad und Kamera im Potsdamer Umland nach Schönem, das nur so ein strahlender Spätsommertag zaubern kann – und fand das eine oder andere: neben viel Buntem, das den Herbst ankündigt, auch noch vereinzelte Hummeln und Schmetterlinge (im Foto ein Kleiner Feuerfalter), die sich am Sonnenhut labten und sogar eine Blutrote Heidelibelle, die es sich in den wärmenden Sonnenstrahlen gutgehen ließ – und natürlich auch die ersten Garten-Kreuzspinnen, die in ihren meist großen Netzen nach Insekten Ausschau hielten…

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„Einkehr“

Dieses schöne Uhland-Gedicht (hier nur der Anfang) lernten wir einst auswendig – das ist über 60 Jahre her. Ich erinnerte mich daran, als ich gestern bei einer spätsommerlichen Radrundfahrt auf der Falkenberger Feldflur auch „zu Gaste“ war – und die Uhlandsche „Einkehr“ beim „guten Apfelbaum“ nachempfinden konnte. Aber während Uhland einst bei „einem Wirte“ zu Gast war, waren es bei mir mehrere Dutzend. Es war eine Augenweide, die Apfelpracht an den Bäumen zu bewundern. Aber wie bei meinem Ausflug zur Glindow-Werderschen Kirschernte Ende Juli mußte ich auch diesmal traurig zusehen, wie viel Fallobst nicht eingesammelt wird und am Boden verdirbt…

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Es naht der Herbst!

Letzter Augusttag. Regenwetter. Noch dominiert das Sommergrün ringsum in der regentriefenden Natur. Aber hier und da macht die Kamera die ersten bunten Blätter aus: entweder von ihren Gewächsen selbst eingefärbte oder an fremde Orte verwehte und verfangene Blätter wie im Foto oben – jenes sieht aus wie eine Illustration zu den Zeilen aus dem Gedicht „Das erste Herbstblatt“, geschrieben von dem impressionistischen Lyriker und Maler Max Dauthendey (1867-1918):

„Das erste Herbstblatt leuchtet wie Blut, / Als ob verwundet im Strauch einer ruht…“

Die Blüten werden rarer, und die Früchte an den Sträuchern drängen ins Rampenlicht: viel leuchtendes Rot, vor allem bei Hagebutten und Gewöhnlicher Berberitze, auch Sauerdorn oder Essigbeere genannt.

Es ist nicht zu übersehen: Es naht der Herbst!

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